In der Wohngebäude-Versicherung bezeichnet der Neuwertfaktor eine wichtige Größe, die zur Bestimmung des aktuellen Versicherungswertes eines Gebäudes herangezogen wird. Er gibt das Verhältnis des heutigen Neubauwerts eines Gebäudes zum Baupreisstand eines früheren Referenzjahres (häufig 1914) an. Der Neuwertfaktor dient als Multiplikator: Wird er mit dem Wert des Gebäudes im Referenzjahr multipliziert, erhält man den aktuellen Neubauwert.
Der Neuwertfaktor wird regelmäßig von den Versicherungsgesellschaften anhand von Baupreisindizes aktualisiert und reflektiert die allgemeine Preisentwicklung im Baugewerbe. Durch die Berücksichtigung dieses Faktors kann sichergestellt werden, dass ein Gebäude stets zum aktuellen Neuwert versichert ist und nicht zu historischen Konditionen.
Es ist von Bedeutung, dass Versicherungsnehmer den Neuwertfaktor und den damit verbundenen Neubauwert ihres Gebäudes im Blick behalten. Nur so kann eine adäquate Versicherungssumme gewährleistet und das Risiko einer Unterversicherung minimiert werden. Bei großen Veränderungen im Baugewerbe oder einschneidenden wirtschaftlichen Ereignissen kann sich der Neuwertfaktor spürbar ändern, was Anpassungen in der Versicherungspolice notwendig machen könnte.