In der privaten Krankenversicherung (PKV) stellt das Krankentagegeld eine essenzielle Absicherung dar, um den Lebensunterhalt bei Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder Unfall zu sichern. Während Angestellte in den ersten sechs Wochen einer Krankheit durch die gesetzliche Lohnfortzahlung ihres Arbeitgebers abgesichert sind, beginnt die Bedeutung des Krankentagegeldes ab der siebten Woche, wenn diese Lohnfortzahlung endet. Ab diesem Zeitpunkt leistet die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Krankengeld, das jedoch unter dem letzten Nettoeinkommen liegt. Hier kann ein Krankentagegeld aus der PKV dazu beitragen, die Einkommenslücke zu schließen.
Die Höhe des Krankentagegeldes sollte so gewählt werden, dass es den finanziellen Bedarf abdeckt, ohne jedoch das Nettoeinkommen zu überschreiten, da Versicherer nur bis zur Höhe des tatsächlichen Einkommensverlustes leisten.
Für Freiberufler und Selbständige, die nicht durch die gesetzliche Lohnfortzahlung geschützt sind, ist das Krankentagegeld ab dem ersten Krankheitstag von noch größerer Bedeutung. Diese Berufsgruppen sollten eine Versicherung abschließen, die bereits ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit leistet, um keinen Tag ohne Einkommen zu verbringen. Die Wahl des Zeitpunktes, ab wann das Tagegeld ausgezahlt wird, beeinflusst direkt die Höhe der Versicherungsprämie: Je kürzer die Karenzzeit, desto höher die Prämie.
Beamte erhalten im Krankheitsfall Beihilfeleistungen und eventuell ergänzendes Krankengeld von ihrer Beihilfestelle. Das Krankentagegeld in der PKV dient bei ihnen dazu, die Differenz zwischen den Beihilfeleistungen und dem tatsächlichen Bedarf zu decken. Es ergänzt somit die staatlichen Leistungen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können.
Ein entscheidender Vorteil des Krankentagegeldes aus der privaten Krankenversicherung ist, dass es steuer- und abgabenfrei ausgezahlt wird. Dies erhöht die Effektivität der Absicherung, da die Auszahlungen nicht durch Steuern oder Sozialabgaben gemindert werden. Dadurch bleibt die finanzielle Unterstützung in vollem Umfang erhalten, was besonders in längeren Krankheitsphasen von unschätzbarem Wert sein kann.