Die MVK Unfallversicherung zahlt nur bei Gesundheitsschäden, die durch einen Unfall verursacht wurden – etwa als einmalige Invaliditätsleistung je nach Gliedertaxe. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet dagegen eine monatliche Rente, wenn man seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann – unabhängig von der Ursache, also auch bei Krankheit. Beide Produkte decken damit völlig unterschiedliche Risiken ab und ersetzen einander nicht. Zur Berufsunfähigkeitsversicherung liegen in den vorliegenden MVK-Unterlagen keine Angaben vor.
Der zentrale Unterschied
Die beiden Versicherungen unterscheiden sich vor allem in Auslöser und Leistungsart:
- Unfallversicherung (z. B. MVK Klassik/Top): Leistet nur, wenn ein Unfall zu einem dauerhaften Gesundheitsschaden führt. Krankheiten sind grundsätzlich nicht abgesichert.
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Leistet, wenn man den zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben kann – egal ob die Ursache ein Unfall oder eine Krankheit (z. B. psychische Erkrankungen, Rückenleiden) ist.
Statistisch sind Krankheiten die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit – dieses Risiko deckt eine reine Unfallversicherung nicht ab.
So leistet die MVK Unfallversicherung
Die MVK Unfallversicherung zahlt bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall. Die Höhe richtet sich nach der vereinbarten Grundsumme und der Gliedertaxe (prozentualer Invaliditätsgrad je Körperteil). Beispiele aus den MVK-Bedingungen (Klassik/Top):
- Verlust eines Arms oberhalb des Ellenbogens: 70 % (Klassik) bzw. 80 % (Top)
- Verlust einer Hand: 55 % (Klassik) bzw. 75 % (Top)
- Verlust eines Auges: 50 % (Klassik) bzw. 60 % (Top)
Daneben gibt es u. a. beitragsfreie Leistungen wie Bergungskosten (max. 10.000 € Klassik / 50.000 € Top) und eine Sofortleistung bei schweren Verletzungen (10 % der Invaliditäts-Grundsumme, max. 20.000 €). Die MVK Unfallversicherung zahlt üblicherweise eine einmalige Kapitalleistung, keine am Beruf orientierte Rente.
Quelle: MVK Leistungsübersicht der Unfallversicherung, Stand 11/2021.
Was die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet
Eine BU zahlt in der Regel eine vereinbarte monatliche Rente, solange die versicherte Person berufsunfähig ist (meist ab 50 % Berufsunfähigkeit). Maßgeblich ist, ob der konkret zuletzt ausgeübte Beruf noch möglich ist – nicht ein bestimmter Körperschaden.
Hinweis: Zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung der MVK liegen in den hier verfügbaren Unterlagen keine Angaben vor. Konditionen, Beiträge und Leistungen einer BU hängen vom jeweiligen Anbieter und Tarif ab.
Welche passt für wen?
- Unfallversicherung: Sinnvoll als Ergänzung, besonders für Personen, die keine BU bekommen oder zusätzlich das Unfallrisiko (z. B. Freizeit, Kinder) absichern wollen. In der Stiftung-Warentest-Untersuchung privater Unfallversicherungen (Stand 01.10.2025) erhielten MVK Klassik und MVK Top jeweils das Qualitätsurteil GUT (2,0).
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Meist die wichtigere Absicherung des Arbeitseinkommens, da sie auch Krankheiten abdeckt.
Oft werden beide kombiniert, weil sie unterschiedliche Lücken schließen. Die konkrete Auswahl hängt von Beruf, Gesundheit und Budget ab.
Stand: Oktober 2026 · Quellen: MVK Versicherung, Leistungsübersicht der Unfallversicherung, Stand 11/2021; Stiftung Warentest, Unfallversicherungen, Stand 01.10.2025